Wir gehen auf Reisen!

Genau heute in einer Woche machen wir uns auf den Weg. Wir starten unsere erste längere Reise als Familie bzw. als Teilfamilie mit unseren kleinen Menschen (3 und 5,5 Jahre).
Unsere „Großen“  (15,5 und 17 Jahre) bleiben zu Hause, gehen in die Schule und kümmern sich um unsere sechs Tiere (1 Hund, 4 Katzen und ein Erpel). Aus diesem Grund können wir  nur unsere „Kleinen“ mitnehmen.

In sieben Tagen geht es los und wir fliegen nach Mallorca! Bleiben einen ganzen Monat, in dem wir die gesamte Insel erkunden wollen, das Meer genießen, das intensive Zusammensein entdecken, arbeiten und Ideen sammeln, minimalistisch kochen und essen (werden müssen ;-), ins Worldschooling schnuppern, Menschen treffen, die Seele baumeln lassen und vor allem hinein fühlen, wie es sich für uns als Familie anfühlt, unterwegs zu sein, hinaus aus der bekannten und behaglichen Komfortzone.

Unsere bisherigen Familienreisen waren eher spärlich gesät. Im letzten Jahr waren die fünf Tage in Kroatien schon das längste miteinander im Ausland bzw. weg von unserem Zuhause.

Die Frage, die sich mir stellt ist, ob es von Bedeutung ist, wohin und wie lange man weg ist von seinem Daheim?

Meinem Gefühl nach sind wir schon einige Zeit auf Reisen. Es ist eine Reise ins Unbekannte, die nicht im Außen stattfindet, für die man nicht einmal den Ort wechseln muss. Es ist eine Reise ins Innere, die einen zum Teil immer tiefer und tiefer in sich selbst eindringen, zum anderen einen immer weiter und offener werden lässt.

Start der Reise

Die Reise meines Mannes und mir begann mit einer Entscheidung, die wir gemeinsam am 13. Januar 2011 entschieden. Es war die Entscheidung, ab sofort kein Fleisch mehr zu essen. Kein Tier sollte mehr sein Leben lassen müssen für unseren „Genuss“.

Mit dieser Entscheidung begann für mich eine starke Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung. Noch intensiver wurde das Thema für mich, als ich gleich darauf schwanger wurde.
Mit einem Baby verändert sich oft Vieles.

Der Startschuss wurde mit der Umstellung auf vegetarische Kost gelegt.
Weiter ging die Reise mit der Auseinandersetzung von natürlicher Schwangerschaft und Geburt, Familienbett, Impfen, Attachment Parenting, Umgang mit Tod, Hypno Birthing, Windelfrei, TV-frei, Frei sich bilden,…

Auch in unserer Ernährung hat sich während unserer Reise viel verändert:
Von einer normalen aber gesunden vegetarischen Ernährungsweise zur Vollwertküche mit Rohmilchprodukten, hin zu einer zuckerfreien, glutenarmen, rein pflanzlichen Ernährung mit PURKOST.

 

Unterschiedliche Wege

Die Reise bis hierhin war aufregend und auch nicht immer einfach gewesen. Nicht alle Familienmitglieder entwickeln sich zur selben Zeit in dieselbe Richtung. Zwischenzeitlich war es sehr schwer für mich, denn ich hatte Angst, meinen Mann während unserer Reise zurück zu lassen. Ich beschäftigte mich sehr intensiv mit den unterschiedlichsten Themen und er hatte nach einem anstrengenden und langen Tag in seinem Job, abends die Kinder, kein Interesse mehr an neuen Dingen. Er war schon „voll“ bis obenhin. Ich verstand das und doch tat es mir sehr weh, unser Auseinanderdriften, unser Auseinanderentwickeln mitansehen zu müssen.

Nach etlichen Gesprächen und vielleicht auch meine Panik und Sorge im Hintergrund fühlend, entschied er sich für ein 40-tägiges Fernsehfasten, das unsere gesamte Familienwelt veränderte.

Mittlerweile gibt es keinen Fernseher mehr für ihn bzw. für uns. Er erkannte – so anstrengend es manchmal auch sein möge, sich nach einem vollen Arbeitstag mit neuen Themen zu beschäftigen, Bücher zu lesen statt sich vor dem Fernseher berieseln zu lassen – das was dabei geschieht, bringt ihn weiter.

Es brachte ihn mehr zu sich selbst und es brachte uns als Paar und als Familie wieder näher zusammen. Von da an entwickelten wir uns wieder gemeinsam in eine Richtung, was wunderschön war und immer noch ist.

 

Eine Reise bleibt eine Reise

So spannend unsere Reise bis hierhin schon war, so spannend wird sie auch in Zukunft bleiben.
Da wir uns durch unsere zwei „Kleinen“ stark mit dem Thema „Frei sich bilden“ (Freilernen, Unschooling) beschäftigen, gehen wir auch hier immer weiter und tiefer hinein. Denn das natürliche Lernen liegt tief in uns Menschen verankert und hört niemals auf. Genauso wenig wie die Auseinandersetzung damit.

Gesundheit, Ernährung und alles was damit zusammen hängt, ist genauso ein Thema, dass vor allem mich sehr stark beschäftigt. Außerdem ist es ein Bereich, in dem ich auch meine Kreativität ausleben kann. Diese wird mit Sicherheit auch auf unserer Reise nach Mallorca gefragt sein, wenn die Küchen der Ferienwohnungen mies ausgestattet sind und die Vielfalt von Gewürzen, Kräutern und auch Lebensmitteln von Zuhause fehlt.

So kommen wir automatisch von einem Thema zum nächsten. Der (Lern-)Fluss des Lebens hat uns fest im Griff und es ist wunderschön zu beobachten, wie die eigene Entwicklung und die Veränderung immer weiter geht. Damit ist eine solche Freude verbunden, reine Begeisterung und ein Gefühl von Freiheit.
Freiheit, die vielen Möglichkeiten zu sehen, die das Leben in sich birgt, sich aber gleichzeitig von verschiedenen Dingen, wie der Bestimmung und Meinung anderer oder des leistungsorientierten und konsumbestimmten Denkens und Handelns abzunabeln.

 

Von der inneren in die äußere Reise

Von der inneren Reise kommen wir jetzt (endlich) auch in die äußere Reise um uns dort wieder mit vielen Dingen auseinandersetzen zu dürfen, die im Inneren stattfinden.

Wir sehen unseren ersten längeren Aufenthalt in einem anderen Land als Chance in ein anderes Leben hinein zu schnuppern und hinein zu fühlen.

Denn wer weiß, wohin uns unsere weitere Reise bringen wird?
Wir lassen uns treiben und gehen den Weg ganz bewusst und öffnen uns für alles was kommt.

Vielleicht sehen wir uns in ein paar Jahren am anderen Ende der Welt oder auch ganz nah? Hauptsache frei, selbstbestimmt und mit dem Bewusstsein, dass es nicht auf das Haben ankommt, sondern unser Sein, unsere Erlebnisse und Gefühle das sind, die unser Leben ausfüllen und zufrieden machen.

 

Ich wünsche auch dir eine atemberaubende Reise, wohin auch immer sie dich führt!

Deine

Moana Wagner

 

 

Moana Wagner ist Mutter von vier Kindern und bloggt auf moanawagner.com.

Auf diesem Blog berichtet sie über ihre Sicht der Dinge, von ihrem Weg als Familie, ihren Erfahrungen mit ihren Kindern, das „frei sich bilden“, das Leben mit unterschiedlichen Ernährungsformen in ihrer Familie, Küchenexperimenten und Purkost – ihrem Ernährungs-Lifestyle!

 

Danke für diesen wunderbaren Artikel im Rahmen der Blogparade!

Blogparade

1 Kommentar

  1. Christian Hahn

    Gute Reise euch! Wir sind nun schon 4 Jahre unterwegs mit unseren 4 Kindern…. Der Gedanke, wieder in einem festen Zuhause zu leben, engt uns grad gefühlsmäßig sehr ein. Anita sagte mal: Die Welt ist zu groß, um nur an einem Fleck zu wohnen. Es kann natürlich auch sein, dass wir mal wieder für eine gewisse Zeit in einem festen Haus leben werden, um einen neuen Anlauf ins freie Leben zu organisieren…. Wenn du einmal die freie Luft geschnuppert hast, ziehts dich immer wieder in die Ferne, ins Ungewisse…. denn da spüren wir uns, üben uns im Vertrauen, treffen Menschen und der Austausch ist, so unsere Erfahrung, intensiver. „Man“ kommt schneller zur Sache.
    Die Kinder, vor allem die älteren, sehnen sich natürlich auch nach Austausch mit anderen…. Das erfordert dann auch Plätze, an denen sich mehrere Familien treffen können….

    Alles Liebe! Christian mit der http://www.freilernfamily.de

    Fb: https://www.facebook.com/DieFreilernFamily/
    Fb-Gruppe: „Manufaktur für Potentialgestaltung – Von der Vision zur Wirklichkeit“ https://www.facebook.com/groups/www.freilernfamily.de/

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