Dein Kind braucht mehr Bewegung!

Wusstest du, dass sich nicht mal mehr die Hälfte aller Kinder ausreichend bewegen?
Und das, obwohl seit Langem bekannt ist, wie wichtig Bewegung für die kindliche Entwicklung ist. “Bewegte” Kinder sind glücklicher, ausgeglichener, sozialer, selbstbewusster, kreativer und gesünder. Keine noch so teure Tablette schützt Kinder so effektiv vor Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Stress und Haltungsschäden wie Bewegung.

Warum bewegen sich Kinder trotzdem immer weniger?
Frage ich Eltern nach dem Grund, bekomme ich immer wieder die selben Antworten:
Die Medien sind Schuld am Bewegungsmangel. Kinder sitzen heute stundenlang vor dem Fernseher, Computer oder Handy. “So ist das halt heute!”, “Die Freunde meines Kindes haben ja auch alle ein Handy!”, “Die Zeiten haben sich eben geändert!”
Oder mir wird mit Zeitmangel geantwortet: Der Sohn sitzt so lange an den Hausaufgaben. Und auf den Englisch Frühförderkurs der Tochter will man auch nicht verzichten. Die Kinder müssen eben rechtzeitig anfangen sich zu bilden um später wettbewerbsfähig zu sein. Da bleibt für Bewegung einfach keine Zeit.
Und überhaupt sind Kinder heute einfach faul. “Ja früher in unserer eigenen Kindheit haben wir noch stundenlang draußen gespielt aber unser Kind will gar nicht raus.”

Lauter gute Antworten. Und immer sind die anderen Schuld: Die Medien, die wettbewerbsorientierte Gesellschaft oder die Kinder selber.
Aber: Wo bleibt die Verantwortung der Eltern?
Sind wir nicht auch als Eltern mit verantwortlich wenn unser Kind stundenlang Medien konsumiert weil wir es gerne sehen wenn es ruhig und brav sitzt? Wie würden wir reagieren wenn es stattdessen durch die Wohnung toben würde oder auf der Sofalehne als wilder Cowboy in den wilden Westen reiten würde?
Und sind die zeitraubenden Nachmittagskurse wirklich gut für unser Kind? Ist Frühförderung durch weiteres Sitzen und Wissen eintrichtern überhaupt effektiv? Lernen Kinder nicht eher durch selber ausprobieren, experimentieren, durch das freie Spiel, durch nachahmen und durch Freude am (freiwilligen) eigenen Handeln? Längst ist bewiesen, dass Bewegung und Lernen unmittelbar miteinander verknüpft sind.

 
Und was die Faulheit betrifft: Würden wir es überhaupt zulassen dass unser Kind, wie noch in den 70ern üblich, Nachmittage lang herumstreift, ohne dass wir wissen wo es ist? Wie groß ist der Aktionsradius den wir unserem Kind zugestehen? Entspricht der sitzende Lebensstil nicht eigentlich unserem Wunsch unser Kind “sicher” zu wissen? Schließlich lauern draußen viele Gefahren: Autos, komische Typen oder sogar noch Zecken?

Hand aufs Herz:
Wie viel Toben erlaubst du deinem Kind? Wie viel Lärm darf es beim Spielen noch machen? Wie groß ist sein Aktionsradius? Wie wichtig ist es dir bei Gesprächen mit anderen Eltern mithalten zu können wenn es um Frühförderung und Noten deines Kindes geht? Wo liegen deine Prioritäten?

Wenn du willst, dass sich dein Kind mehr bewegt, musst du selber bereit sein für Veränderung!
Was kannst du konkret tun?
Fange jetzt gleich an: gehe mit deinem Kind ein paar Minuten raus zum Ball spielen. Oder macht einen Spaziergang vielleicht bis zum Wald? Langweilig? Dann nehmt noch einen Freund/ eine Freundin mit.
Bleib flexibel: Wenn du mit deinem Kind zu Fuß unterwegs bist und es “trödelt” weil es erst noch auf einer Mauer balancieren und dann noch Steinchen ins Wasser werfen will, dann freu dich über seinen natürlichen Bewegungsdrang und lass ihm die Zeit.
Streiche das ein oder andere Nachmittagsprogramm aus dem Terminplan deines Kindes und sorge für Bewegungsmöglichkeiten die es stattdessen wahrnehmen kann.

Wenn du einen Garten hast dann überlasse deinem Kind eine bewegungsfreundliche Ecke: D.h. keine Designer Schaukel auf englischem Rasen mit Blumenbeeten in die kein Ball rollen darf, sondern eher eine Ecke mit einem Baum zum Klettern, eine Schnur und ein Brett zum Schaukel bauen und ein Stück freie Fläche zum Toben. Erlaube ihm auch Freunde zum Spielen und Toben einzuladen.

Lass deinem Kind die Freiheit, seinen natürlichen Bewegungsdrang auszuleben und ruf ein paar Mal weniger: “Pass auf, du tust dir weh!” oder “Mach dich nicht dreckig!” Erlaube deinem Kind bewusst sich nach Lust und Laune frei zu bewegen .

Integriere Bewegung in euren Alltag: Vielleicht kann das Auto mal in der Garage bleiben und ihr nehmt das Fahrrad oder geht zu Fuß?
Plane “bewegte” Familienzeit. Fang mit kleinen Ausflügen und kindgerechten Etappen an und mache Pausen wann immer dein Kind eine Pause braucht.

Das wichtigste ist, dass du die Verantwortung für das Bewegungsverhalten deines Kindes selbst übernimmst. Dein Kind wird (zusätzlich zu dem gesundheitlichen Nutzen) jede Menge Spaß dabei haben und ich bin mir ganz sicher: Wenn du das nächste Mal mit auf die Sofalehne springst und mit deinem Kind gemeinsam in den wilden Westen reitest, dann profitiert zusätzlich noch eure Beziehung davon.

Hezliche Grüße,

Deine

Susanne Renelt

 

Susanne Renelt ist Mama von zwei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Griechenland, ihrer Wahlheimat.

Als Diplom Physiotherapeutin, naturbegeisterter Outdoorfan und Gründerin von “Kindheit in Bewegung” motiviert und begleitet sie Eltern, die ihren Kindern eine aktive, gesunde und glückliche Kindheit ermöglichen wollen. Wenn du mehr Anregungen suchst für eine “bewegte” Kindheit, dann lade ich Dich herzlich ein auf ihrer Website kindheitinbewegung.de vorbeizusurfen.

 

 

Danke für diesen spannenden Artikel im Rahmen der Blogparade!

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