Die Gebärkraft von Milliarden Frauen steht hinter mir

Als mich meine liebe Freundin und Kollegin Katharina Sporleder fragte, ob ich an der Blogparade „Befreites Familienleben“ teilnehmen möchte, sagte ich sofort JA! Frei leben mit Kindern! YES!

Oft wird uns in der westlichen Kultur vermittelt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Frei sein OHNE Kinder ODER Kinder haben. Es geht auch anders! Das zeigt eine neue Bewegung von Familien, die einen dritten Weg suchen. Wir wollen Freiheit MIT unseren Kindern leben!

Die letzte große Befreiung in unserem Familienleben war die Befreiung von den Glaubensmustern: Geburten sind prinzipiell gefährlich, unnatürlich, potentiell krankhaft. Geburt geht nur und ausschließlich mit „professioneller“ Begleitung.

Die letzten Reste dieser Glaubensmuster wurden durch die Erfahrung einer freien Geburt gesprengt. Ich habe vor wenigen Wochen mein drittes Kind in Costa Rica in einer geplanten „Alleingeburt“, einer Geburt in Eigenregie, zur Welt gebracht. Ohne Klinik, Arzt, Geburtshaus, Hebamme, Doula, Geburtseinleitung, Betäubung oder Ratschläge. Da waren nur ich, mein Partner, das Baby und das Wasser, zuerst im karibischen Meer, dann zu Hause im Wasser.

Ich liebe Wasser. Also gebäre ich auch im Wasser. Die Geburtswellen brachten mich bei Sonnenaufgang zu den Meereswellen der Karibik. Der Strand war menschenleer, bis auf eine Joggerin, die mir auf Spanisch und Englisch zurief: „Achtung, da sind viele Steine im Wasser!“ Angst. Besorgnis. Beschützen wollen. Ich habe während dieser Schwangerschaft soviele selbstgewählte Abenteuer erlebt, dass ich ständig mit der Angst anderer Menschen konfrontiert wurde. Danke, ich kenne diese Meeresstelle sehr gut. Ich habe sie für das Ende meiner Schwangerschaft und die Geburt ausgesucht. Und nein, hier sind keine Steine. Es ist ein versteckter Pool mit Sand im Meer. Aber das sieht man von Außen nicht.

Tagsüber während der Geburtstagsfeier meiner großen Tochter entspannte ich im aufblasbaren knallbunten Kinder-Swimming-Pool. Natürlich mit einem Riesenbecher Schokoladeneis ; ). Ich beobachtete konzentriert einen Krebs, der mich aus seiner Erdhöhle heraus beobachtete. Große, neugierige Augen.

Wir feierten den Kindergeburtstag mit weniger Gästen weiter am Strand. Ich war lange Zeit alleine im Wasser, in meiner Lieblingsbucht. Ich schloss die Augen und war in meiner Gebärwelt, ohne dass mein Verstand es verstand. Mein Körper versteckte den Geburtsbeginn vor meinem Gehirn solange es ging. Mein Gehirn dachte den ganzen Tag: ‚Das sind nur Vorwehen!‘ Vielleicht habe ich das gebraucht, um entspannt zu bleiben? Ich genoss die Meereswellen, die sanfte Bewegung meiner Hüften und das Zusammen-Sein mit dem Meer. Das Meeresrauschen hypnotisierte mich.

Als es mir zu kalt wurde im Meer, wollte mein Körper nach Hause. Oder wollte das Baby in die Geborgenheit unserer Höhle? Auf dem Weg zu unserer Strandhütte fing ich an die Geburtswellen zu vertönen. Als mein Partner mit den Kindern ankam, ließ ich ihn in meinem Zimmer den Kinder-Swimming-Pool aufbauen. Nun war es bereits dunkel draußen.

Heftige, intensive Geburtswellen im Wasser folgten. Das Vertönen tat gut. Im Wasser ertastete ich die Muttermundöffnung und die noch intakte Fruchtblase. Endlich die Gewissheit und die Erkenntnis: ‚Das ist jetzt wirklich die Geburt! Die Wellen sind so heftig, weil sie die Fähigkeit haben, mein Baby zu gebären!‘ Das Baby wanderte mit Fruchtblase ein Stück vor, wieder ein Stück zurück, zweimal. Ein Tanz. Ein Zyklus. Nichts Lineares. Dann kurz vor der Geburt nochmal eine Pause. Ruhe vor der nächsten Lebensphase. Dann ging Alles sehr schnell und das Baby war da.

Direkt nach der Geburt holten wir unsere beiden Kinder aus dem Nebenzimmer und sie sahen das Baby zum ersten Mal. Unser Baby wurde am selben Tag wie ihre älteste Schwester geboren, sechs Jahre und 27 Minuten später. Seelenschwestern.

Diese Geburt hat mich für immer transformiert. Ich kann wirklich „einfach so“ ein Kind gebären. Mein Körper macht das von alleine, wenn ich ihn gut behandle und ihn unterstütze. Ich brauche Niemanden, der die Geburt einleitet, sie überwacht, mich kontrolliert oder für mich die Verantwortung übernimmt. Es geht tatsächlich…von alleine. Mein Körper wurde geboren mit der Fähigkeit zu gebären. Wieso wusste ich das nicht von Anfang an?

Freiheit drückt sich immer auch in der „Freiheit von“ aus. Bei dieser Geburt war ich frei von der Meinung Anderer, wie diese Geburt zu verlaufen hat. Ich war frei von der Vorstellung von Zeit und Rhytmus von Anderen, wie schnell oder langsam diese Geburt zu sein hat, wie kurz oder lang einzelne Phasen der Geburt dauern dürfen. Ich war frei von den wohlgemeinten Ratschlägen von Anderen. Als hochsensible Gebärende war ich frei von den energetischen Schwingungen Anderer, die ich mit megafeinen Antennen in höchster Auflösung empfange.

Es gab nur mein Baby, mich und die Unterstützung des Vaters. Während der Austreibungsphase konnte ich noch nicht einmal meine beiden Kinder im selben Raum ertragen. Ich wollte und durfte Ruhe, Dunkelheit und meine vertönten Power-Wellen. Und mein Baby. Immer die Hand am Baby, war ich mit ihr die ganze Zeit verbunden, trotz der weltbewegenden Intensität der Geburtswellen.

Ich war frei, zu tönen, zu schreien, mich zu beschweren. Ich habe sogar versucht, ob heulen hilft. Das habe ich bei den zwei vorhergehenden, begleiteten Geburten nicht gemacht. Ich dachte immer, so bin ich halt nicht, dass ich mich gehen lasse bei der Geburt.

Ich wollte immer, dass Andere mir den Schmerz abnehmen. Mein Partner. Die Hebamme. Gott. Das Universum. Pumuckl. Wer auch immer verantwortlich dafür war, sollte mir sie abnehmen. Hier war die Schattenseite des Feminismus, dieses tiefe Gefühle von Ungerechtigkeit: Wieso spürte ich die Schmerzen? Wieso nicht mein Partner?

In den indigenen Kulturen gab es das Ritual, dass dem Vater des zu gebärenden Kindes ein Strick um die Hoden gebunden wurde. Bei jeder Geburtswelle zog die Gebärende fest an dem Strick. Damit auch der Vater des Kindes Schmerz empfinden konnte. Weil Schmerz in den indigenen Kulturen anders als in unserer westlichen Kultur betrachtet wurde. Schmerz wurde als Inititation in eine neue Lebensphase gesehen. Wir Gebärenden MÜSSEN uns mit unserem Körper und meist auch mit Schmerzen auseinander setzen. Diese Erfahrung hat das Potential, unser ganzes Sein zu erneuern.

War ich befreit von Schmerzen bei der Geburt? Nein, war ich nicht. Aber ich war befreit von der Idee, dass eine ‚gute‘ Geburt eine schmerzfreie Geburt ist. Dass Schmerz etwas Schlechtes ist. Dass der Schmerz fremdbestimmt von Außen kommt und mich überwältigen will.

Kurz bevor das Baby rauskam, verwandelte sich der Schmerz in pures Fühlen.
Pures Gefühl der Weite. Gebären. Einfach nur gebären.

Ich habe gefühlt:

Das hier ist eine Kraft, so alt wie die Menschheit, so weit wie das Universum. Diese Kraft verleiht mir die Kriegerinnen-Power, mein Baby zu gebären. Ich brauche diesmal keine Hilfe. Bitte helft mir nicht. Ihr zeigt mir damit nur, dass ich es nicht selbstständig kann. Ich kann es und ich bin nicht alleine.

Die GEBÄRKRAFT von Milliarden Frauen steht hinter mir.

Ich bin frei. Meine Töchter sind frei. Meine Familie ist frei.

Pura Vida,

herzliche Grüße,
Eva Beatrice Förster

Eva Beatrice Förster ist Mutter von drei Töchtern und lebt mit ihrere Familie zur Zeit in Costa Rica. Auf ihrer Seite evabeatricefoerster.de findest Du regelmäßig Anregungen für ein entspanntes Mamasein. In Eva’s Seelenbriefen bekommst Du an Vollmond und Neumond Tipps für deine Mama-Auszeit. Sie erinnert uns liebevoll daran, uns eine Pause zu gönnen und uns mit unserer Seele zu verbinden.
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Danke für diesen wunderbaren Artikel im Rahmen der Blogparade!

Blogparade

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