So wirst du dein schlechtes Gewissen los! Mamas zwischen Familie und Beruf

 

 

Die Mama von heute steht in dem Dilemma: Wenn du wieder arbeiten gehst und deinen Kindern mit wenigen Monaten für mehrere Stunden am Tag in eine Fremdbetreuung gibst, bist du eine Rabenmutter. Wenn du über Jahre zu Hause bleibst und „nur“ Mutter bist, giltst du als Muttchen und bekommst schnell den Satz an den Kopf geknallt: „Denk auch mal an dich und deine Karriere.“

 

Egal für welche Variante oder Mittelweg du dich entscheidest, bleibt häufig  das schlechte Gewissen. Entweder den Kindern gegenüber, weil du weniger Zeit für sie hast und sie heute Morgen beim Abgeben in der Krippe mal wieder geweint haben. Oder deinem Arbeitergeber gegenüber, weil du einen weiteren Tag nicht am Arbeitsplatz erscheinst, weil eins deiner Kinder krank ist. Das schlechte Gewissen ist auch da, wenn es um das Thema Urlaubsplanung  geht. Denn natürlich möchtest bzw. musst du deinen Urlaub in den Krippenferien nehmen und bist damit wenig flexibel. Auch in Freundschaften ist das schlechte Gewissen schnell da. Denn du sagst hier ein Kaffeetrinken ab oder kommst nur kurz zum Geburtstag vorbei. Wenn du in einer Beziehung lebst, triffst du vermutlich auch hier das schlechte Gewissen. Denn abends fällst du müde ins Bett und die letzte leidenschaftliche, heiße Nacht ist Monate oder Jahre her.

 

Was genau heißt denn schlechtes Gewissen?

Der Duden sagt, dass Gewissen bedeutet: „Bewusstsein von Gut und Böse des eigenen Tuns“. Es stammt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Mit-Wissen“ oder „durch das Wissen“.  Ich beschreibe es als ein unangenehmes Gefühl, welches Schuldgefühlen ähnelt.

 

Warum habe ich ein schlechtes Gewissen?

Du machst und tust, gibst stets dein Bestes und hast am Ende des Tages ein schlechtes Gewissen? Oder vielleicht würdest du es gar nicht so benennen, spürst aber, dass es dich sehr trifft, wenn dein Kind zu dir sagt: „Mama, warum hast du denn jetzt keine Zeit für mich?“ Meist entsteht ein schlechtes Gewissen, weil wir (unbewusst) alles richtig und gut machen wollen. Wir wollen 100% für unsere Kinder da sein, wir wollen eine tolle Mitarbeiterin sein, gut aussehen, schlank und sportlich sein, uns gesund ernähren und attraktiv sein. Am Besten ist das Haus immer ordentlich, der Garten gemacht und wir ausgeschlafen und gut gelaunt. Diese Bilderbuchgeschichte von der perfekten Frau, die immer alles unter einen Hut bekommt existiert nicht im wahren Leben. Und es macht keinen Sinn ein vermeindlichem Idealbild  anzustreben. Sondern es fördert lediglich das schlechte Gewissen.

 

So wirst du dein schlechtes Gewissen los!

Was kann ich also tun, um mich von diesem unangenehmen Gefühl zu befreien? Hier zehn Tipps:

  1. Organisation ist alles – oder nicht? Zumindest kann eine gute Organisation helfen alle Aufgaben und Wünsche unter einen Hut zu bekommen. Plane hier fair, gebe Aufgaben ab und schaffe dir sinnvolle Abläufe. Schon hast du dich bewusst für oder gegen das Eine entschieden. Allein das hilft, um das schlechte Gewissen zu minimieren. Entscheide dich bewusst, gehe Kompromisse ein, setze deine Prioritäten bewusst.
  2. Akzeptiere, dass es die perfekte Mama, die immer alles unter einen Hut bekommt, nicht gibt. Nehme an, dass Nichts und Niemand perfekt ist und es auch nicht sein muss. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Es gibt nur deinen bzw. euren Weg, der auch immer wieder justiert werden darf.
  3. Lasse die Perfektionistin in dir los und reflektiere. Wir sind alles Lernende. Wenn du mit offenen Augen durch die Welt gehst, authentisch bist und Feedback annimmst, dann gehst du einen ehrlichen Weg.
  4. Übernehme Verantwortung. Mache dir bewusst wie du dich verhalten hast und übernehme hierfür die Verantwortung. Sei klar in deinem Verhalten. Je bewusster du dein Leben lebst und deine Entscheidungen triffst, desto klarer ist dein Weg. Ein klarer Weg ist (meist) frei von einem schlechten Gewissen.
  5. Schaffe dir deine „Notfallhilfe“. Du hast z.B. schon wieder einen Termin vergessen? Du fühlst dich elend und weißt nicht warum du nicht daran gedacht hast? Schaffe dir für solche Situationen eine Notfallhilfe. Was hilft dir solch innerlichen Stress abzubauen? Vielleicht hilft es dir dreimal tief durchzuatmen bevor du irgendwie handelst. Vielleicht setzt du dich in dein Auto und schreist laut. Finde etwas wie du in solch einer  „Ad hoc –Situation“ deine Emotion auslebst und wieder runter kommst.
  6. Baue deinen Stress ab. Finde einen Ausgleich. Hilfreich kann hier Sport, Spazieren gehen, Meditation oder Ähnliches sein. Regelmäßiger Stressabbau wirkt Wunder und führt dazu, dass du dauerhaft viel mehr in dir ruhst.
  7. Reflektiere regelmäßig: habe ich zu Recht ein schlechtes Gewissen? Wann habe ich ein schlechtes Gewissen? Wem gegenüber? Und warum? Wie bewerte ich mein Verhalten? Möchte ich mich zukünftig anders verhalten? Stelle dir gelegentlich diese Fragen und reflektiere dich selbst. Du darfst mit dir und deinen Aufgaben wachsen.
  8. Entschuldige dich und/ oder ändere etwas. Du bist zu dem Entschluss gekommen, dass du zu Recht ein schlechtes Gewissen hast? Entschuldige dich bei der betreffenden Person. Wenn du feststellst, dass deine ganze Alltagsstruktur nur zu Unzufriedenheit führt, ändere etwas.
  9. Lasse deine Gedanken los. Ja, reflektiere dich gerne gelegentlich aber lasse dann die Gedanken auch weiter ziehen. Wenn du dich täglich immer wieder bei den selben verurteilenden Gedanken über dich selbst erwischt, sage zu dir selbst: „Gedanke, ich habe dich wahrgenommen. Du darfst jetzt weiter ziehen.“
  10. Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was du heute „gut“ gemacht hast. Verzeihe dir selbst. Gehe liebevoll mit dir um. Du bist gut genug. Mache dir bewusst, dass dir auf Dauer das Gefühl eines schlechten Gewissens nicht weiter hilft. Verurteile dich als Mensch nicht für etwas. Es war lediglich ein Verhalten, welches dir nicht gefallen hat. Und Verhaltensweisen lassen sich ändern.

 

Gib deinem schlechten Gewissen nicht zu viel Raum. Wenn du dich immer wieder damit beschäftigst wie du etwas los lässt, gibst du Energie und Gedankenkraft in eine Sache, die du nicht willst. Das ist wie die Geschichte mit dem rosa Elefanten. Wenn ich zu dir sage: „Denke nicht an einen rosa Elefanten.“ Dann siehst du in deinem Kopf einen rosa Elefanten und streichst ihn dann durch. Aber das Bild ist erst mal da. D.h. lenke deine Energie bewusst und handle nicht nach dem Prinzip: „Ich will kein schlechtes Gewissen haben, also …“ sondern handle nach dem Prinzip: „Ich möchte …“

Und wie so oft: „Wie man´s macht, macht man`s falsch.“ Eins ist sicher: egal für welches Lebensmodell du dich entscheidest – ob du viel, wenig oder gar nicht arbeitest – ein schlechtes Gewissen haben alle. Mal mehr und mal weniger. Die einen reden darüber, die anderen verschweigen es.

 

Es ist eine Entscheidung zufrieden zu sein. Ein immer wiederkehrendes schlechtes Gewissen ist hier nicht dienlich.

 

Die beste Mama ist eine glückliche Mama!

 

Du bist noch nicht ganz glücklich mit dir und deinem Lebenskonzept? Dann schaue dir den Minivideokurs „Wann gehe ich als Mama wieder arbeiten? So triffst du eine „gute“ Entscheidung!“ gratis an.

 

Am Ende fasse ich zusammen: Du wirst dein schlechtes Gewissen los, in dem du deine Gedanken über dich, deine Anforderungen an dich und dein Leben überprüfst und bewusst Entscheidungen triffst. Wenn du die Verantwortung für dein Leben und dein Handeln übernimmst und einen klaren Weg gehst, wird das schlechte Gewissen immer kleiner.

 

Genieße dein Leben,

alle Liebe

deine Carolin

Carolin Habekost  ist Mutter von 2 Kleinkindern und arbeitet als Coach bei „Finde dein Mama-Konzept“. Dort bietet sie Online-Coaching für Mamas, die noch nicht wissen ob bzw. wann sie wieder arbeiten gehen.

Sie unterstützt dich dabei dein Vereinbarkeitskonzept zu finden,  in dem die Bedürfnisse aller Familienmitglieder eine Rolle spielen. Ihr Podcast über Vereinbarkeitsideen und individuelle Lebenskonzepte startet im Mai 2017.

Mehr zu „Finde dein Mama-Konzept“ findest du hier.

 

 

 

Danke für diesen spannenden Artikel im Rahmen der Blogparade!

Blogparade

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