Wie kann man ein „Reise-Leben“ finanzieren?

 

Wir reisen mit unseren Kindern bereits seit 12 Jahren mit dem Wohnmobil durch Europa. Des Weiteren waren einmal eine längere Zeit in den USA in der Wildnis. Dort haben wir gemeinsam mit den Kindern bei einem Steinzeitprojekt mitgewirkt und gleichzeitig eine Wildnislehrerausbildung absolviert.

Eine der ersten Fragen, denen wir uns stellen dürfen, ist: „Wie finanziert ihr euer freies Leben?“
Ich finde es immer wieder interessant, wenn diese Frage gestellt wird.
Denn wir selbst haben uns diese Frage nie wirklich gestellt.

Alles begann mit dem Wunsch zu reisen. Wir fanden ein Wohnmobil und kauften es kurzerhand. Und dann – ging es einfach los. Wir haben nichts durchkalkuliert oder vorgeplant. Wir sind ins kalte Wasser des Vertrauens gesprungen.

Vielleicht haben wir uns diese Frage auch nie wirklich selbst gestellt, weil sie uns zu abstrakt vorkam und auch irgendwie unsinnig?

Denn wer fragt mich denn, wenn ich irgendwo in einer Reihenhaussiedlung, in einem Hochhaus oder in einer kleinen Wohnung lebe, wie ich mein Leben finanziere?
Niemand! Es ist selbstverständlich, dass ich es tue. Es ist offensichtlich.

Was also sollte anders sein beim Reiseleben?
Auch da muss ich essen, brauche Kleidung, Sprit für mein Auto usw.

Für uns hat sich durch das Reiseleben also nicht wirklich etwas verändert. Wir hatten und haben Betrag X im Monat zur Verfügung. Dieses Geld können wir auf den Kopf kloppen – mehr nicht – weniger auch nicht.

Vielleicht wäre für mich eine solche Frage eher eine Bremse gewesen? Sie hätte mich innerlich verunsichert und es hätten sich Zweifel in mir eingeschlichen.
Manchmal ist es besser weniger zu denken und mehr zu vertrauen.

Wenn man auf dem Herzen hat zu reisen, dann gibt es auch den Weg dazu. Das ist meine feste Überzeugung. Irgendwie entwickelt sich alles. Manches entsteht einfach nur im Tun.
Und kalkulieren geht meist eh schief. Denn erstens kommt es anders, zweitens als man denkt und drittens geplant und viertens erhofft hat.
Und die Kunst im Leben zu surfen ist ja, mit den Wellen zu gehen. Nicht dagegen anzukämpfen und daran zu zweifeln, sondern einfach auf den Wellen zu reiten. Und laut zu brüllen YEAH!

Wir werden alle am Ende unserer Tage das bereuen, was wir nicht versucht haben. Und wir können all unsere Bauchplatscher und Fettnäpfe als Anekdoten erzählen und gemeinsam mit Freunden, Fremden und Familie darüber lachen.

Also hatten wir Mut zur Lücke, Mut etwas zu tun, was wir vielleicht sonst irgendwann nicht mehr hätten tun wollen. Das Leben ist keine Einbahnstrasse. Und es gibt keine Fehler – keine falschen Wege. Wir haben immer die Möglichkeit, den Weg auf dem wir sind zu verlassen. Wir haben die Möglichkeit neue eigene Wege zu gestalten.

Es bringt nichts, sich über viele Dinge den Kopf zu zerbrechen. „Was ist wenn das passiert? Was tun wir, wenn das und dies eintritt? Wie schützen wir uns vor etwas, was vielleicht geschehen könnte?“
All diese Dinge spielen sich nur fiktiv im Kopf ab, Sie rauben Kraft und Zuversicht und bringen rein gar nichts im positiven Sinne.
Unserer Erfahrung nach hat man immer genügend Zeit sich dann über etwas Gedanken zu machen, wenn man in der Situation ist. Und oftmals findet man dann Lösungen, die man im Vorfeld niemals in Betracht gezogen hätte.

All das ist auch das, was uns das Reisen gelehrt hat.

In diesem Sinne kann ich Dir lieber Leser oder Leserin nur diesen Tipp geben: Vertrau auf die Stimme Deines Herzens. Denke mit dem Herzen und lass Deinen Verstand erst einmal irgendwo Urlaub machen. Entscheide Dich für Deinen Traum. Und dann hol Deinen Verstand und beginne mit dem ersten Schritt. Ein Bein vors Andere.

Wenn Du Sicherheit willst – dann schau unser Leben an. Wir haben in unserem Buch: Aussteigen/Umsteigen/Einsteigen beschrieben, wie wir ganz konkret leben. Das kann Dir zeigen, dass die meisten Bedenken die Du vielleicht hast, ganz umsonst sind!

Spare also Deine Nerven und Deine Hirnzellen für die wirklich wichtigen Dinge und fang an zu leben!

Alles alles Liebe

Euer Line Fuks

 

Line Fuks lebt mit ihrer Regenbogenpatchworkgroßfamilie mit sieben Kindern reisend und bloggend in Europa, zur Zeit in Portugal. Auf ihrem Blog „Wildnisfamilie“ inspiriert und hinterfragt sie regelmäßig mit spannenden Artikeln. Auch auf Facebook und Instagram postet sie regelmäßig und seit diesem Jahr gibt es sogar den „Wildwuchs-Podcast“, bei dem ich auch schon zu Gast sein durfte.

Sie coacht Menschen, die aussteigen und auswandern wollen und du findest bei ihr auch viele Tipps zu Minimalismus, Selbstversorgung, Freilernen und Erziehung und Familienleben.

 

Danke für diesen klaren und inspirierenden Artikel im Rahmen der Blogparade!

Blogparade

1 Kommentar

  1. Lara

    Liebe Line und liebe Katharina!
    Vielen Dank für den inspirierenden Artikel, den ich hier lesen durfte! Schön um die Ecke gedacht und das Argument mit der Finanzierung eines Reihenhauses finde ich genial! Es stimmt, denn wir schaffen es offensichtlich so zu leben und wir müssen uns nicht immer und überall rechtfertigen.

    Alles Liebe,
    Lara

    Antworten

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