Eines war in meinem Leben bereits sehr früh klar! Ich wollte Mutter sein!

Dieses sehr bewusste Gefühl zeigte sich bereits in meinem Studium. Meine Umwelt und mein Elternhaus machten sehr deutlich, dass man erst eine Familie gründen solle, sobald man sie auch ernähren konnte.
Also fügte ich mich dieser gesellschaftlichen “Norm” und beendete mein Studium. Die Approbation zur Zahnärztin erhielt ich im Juni, im August begann ich meine Assistenzzeit und im September wurde ich bewusst schwanger!

Nun entsprach ich keineswegs mehr der gesellschaftlichen “Norm”.
Unverständnis schlug mir von allen Seiten, außer von meinem Mann, entgegen. Meine berufliche Karriere wurde in Frage gestellt und Pläne geschmiedet, wie ich schnellstmöglich nach der Entbindung zurück in den Beruf kehren solle, um meine Assistenzzeit zu beenden. Diese zog sich aufgrund meiner Halbtagstätigkeit nun von 2 auf 4 Jahre. Mir war das reichlich egal, wie lange sich die Assistenzzeit verlängerte, denn viel wichtiger erschien mir das Mutter sein.

Das stellte sich in der Praxis jedoch sehr viel schwieriger dar, als ich es mir in der Theorie ausgemalt hatte. Der Alltag einer jungen, berufstätigen Mutter war anders als erwartet und eine echte Herausforderung. Dennoch fügte ich mich der “gesellschaftlichen Norm” und versuchte allen Anforderungen gerecht zu werden, was meinen Körper durchaus stresste. Körperliche Symptome ( Migräne, Neurodermitis) zeigten sich immer wieder, aber in meiner Realität und Wahrnehmung hatte ich keine andere Wahl.

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Dass ich mir mein eigenes “Gedankengefängnis” aufgebaut hatte, wusste ich damals noch nicht.
Als meine Tochter in den Kindergarten kam, formte sich sofort der Wunsch nach einem weiteren Baby. Ich empfand es als einen “Abschied” und ein “Loslassen” und wollte diese emotionale Lücke wieder auffüllen. Welch ein naiver Gedanke, denn ein weiteres Baby machte den Lebensalltag als berufstätige Mutter nicht wirkliche einfacher. Trotzdem herrschte dieses nicht rationale Gefühl vor, Mutter sein zu wollen.
Und wie erwartet, wurde der Alltag noch anstrengender und mein Körper schickte weitere Symptome (Gesichtslähmung, Verdacht auf Hirntumor, Migräne, Neurodermitis). Auch diese Zeichen meiner Seele überging ich und machte weiter, wie es von mir “erwartet” wurde beziehungsweise wie ich dachte, dass es von mir erwartet würde.

 
Nachdem in meinem Umfeld (z.B. meine Ehe) viele Dinge zusammen brachen und ich mich in einem absoluten Chaos befand, bekam ich wieder dieses Gefühl, Mutter werden müssen. Einerseits war es eine Zeit des Zusammenbruchs, aber andererseits auch die Zeit des Wiederaufbaus. Der Aufbau meines persönlichen Lebensweges, der immer mehr auf die innere Stimme lauschte. Und in diesem Moment, als ich mich auf mich besinnte und dem Inneren mehr vertraute, als dem Außen, begegnete mir mein Seelenpartner und ich wurde wieder schwanger….ganz bewusst.
Wieder gab es im Außen kein Verständnis, aber ich wusste ganz tief in mir, dass es der richtige Weg war. Im Außen nahm das Chaos deutlich zu, aber in meinem Inneren entwickelte sich eine zunehmende Souveränität und Sicherheit. Daraufhin spürte ich erneut das Bedürfnis Mama zu werden und mit dieser Geburt wurde ich im Inneren noch einmal stärker.
Beruflich konnte ich mich von Arbeitssituationen befreien und für mein Recht auf “Muttersein ganz und gar” einstehen.

 

Jetzt begann ein Prozess, der unaufhaltsam war.
Mein selbstbestimmtes Leben, in dem ich meinen inneren Impulsen zunehmend folgte.
Bis heute stecke ich in diesem Prozess und empfinde mein Leben immer harmonischer und ausgeglichener. Was hat das ganze mit befreitem Familienleben zu
tun? In meinem Verständnis sehr viel! Denn ich als Mutter bin ein sehr wichtiges “Rad” im Familiensystem und beeinflusse es durch meine Haltung; die innere wie die äußere Haltung. Das Leben hat mich durch diese Erfahrungen geschickt, damit ich am eigenen “Leib” erfahre, welchen Einfluss meine Gedanken auf mein eigenes Leben und Empfinden haben, aber auch auf mein persönliches Umfeld.  Meine Gedanken formen meine Realität!

Solange ich glaubte, einer gesellschaftliche Norm entsprechen zu müssen, habe ich mir mein eigenes Leben schwer gemacht, aber auch das meiner Familie. Nicht, dass ich meine Kinder vernachlässigt hätte, ganz im Gegenteil. Ich hatte immer das Gefühl, die Zeit, die ich in der Praxis verbrachte, zu Hause tausend mal Wett machen zu müssen. Obwohl ich nur halbtags arbeitete, empfand ich mich nicht als VOLLWERTIGE Mutter und mein eigenes und selbstgemachtes schlechtes Gewissen trieb mich ständig an, eine ganz besonders “gute” Mutter zu sein. Ich bastelte und spielte mit den Kindern, unternahm viele Mama-Tochter-Exkursionen und versuchte jedem meiner 4 Kinder individuelle Zeit zukommen zu lassen.

 
Darüber vergaß ich aber oft mich und meine Bedürfnisse.
Meine Entwicklung zu einer selbstbestimmten und selbstbewussten Frau und Mutter hat das Familienleben entspannt und meinen Kindern Freiheit gegeben.
Das Loslassen von Strukturen, in meinem Fall den gesellschaftlichen Konventionen, bringt immer Unabhängigkeit, Freiheit und inneren Frieden.
Sobald ich als Mutter frei in meinem Denken werde, öffnen sich neue Tore und Dimensionen. Meine Ent-wicklung hat auch meine Kinder ent-wickelt.

Nun erlaubten auch sie sich, Dinge anzusprechen oder loszulassen. Es entstand eine ganz neue Familiensituation und, was ganz wichtig war, ein sich
gegenseitiges “Sehen”. Damit meine ich das “dahinter Blicken”! Wir entwickelten einen viel offeneren und freien Austausch miteinander. Meine Kinder zeigten sich und ihre Ansichten klarer und deutlicher und ich konnte mich immer mehr als Mensch zeigen. Die Rolle, die ich als Mutter bisher “gespielt” bzw. übernommen hatte wandelte sich.

Das gesellschaftlich bedingte “schlechte Gewissen” fiel komplett weg und ich zeigte mich in meiner ganzen Kraft und Verletzlichkeit. Ich stand plötzlich für mich und meine innersten Wünsche ein. All das hat dazu geführt, dass meine Kinder sich ihrem inneren Wachstum hingeben konnten.

 

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Immer wieder war ich fasziniert von der Weisheit meiner Töchter, die mir inzwischen Lehrer fürs Leben wurden.
So oft gaben sie den Anstoß zu großartigen Veränderungen.

Genau das sehe ich als ein befreites Familienleben an!

 Jeder ist einzigartig und bringt seine Fähigkeiten und Perspektiven in das “Gebäude” FAMILIE ein.

Wir profitieren voneinander, indem wir uns Stütze aber auch Spiegel sind. Das alte hierarchische Familienmodell funktioniert mit unseren “neuen” Kindern nicht mehr.

Indem wir sie als vollwertige Persönlichkeiten wahr- und annehmen, geben wir ihnen den Raum zur Entfaltung.

Und genau diesen Raum können wir nur dann geben, wenn wir in uns angekommen sind und in uns ruhen.
Kinder sind nicht dazu da, die unerfüllten Wünsche und Ziele der Eltern zu befriedigen.
Eltern sind Begleiter der Kinder, die ihnen ein Umfeld schaffen, in dem sie sich maximal entfalten können. Das Gefühl, dass sich in mir breit macht, wenn ich an meine Kinder denke, ist unbeschreiblich.
Das muss wahre LIEBE sein und vor allem bedingungslose Liebe.
Ich danke meiner Intuition, die mich ganz bewusst vier Mal zur Mutter werden ließ. Erst das Muttersein hat mich zu dem Menschen werden lassen, der ich heute bin!

Danke!

Ganz herzliche Grüße von 

Karin Bender-Gonser

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Dr. Karin Bender-Gonser  ist Mutter von vier Töchtern und bloggt auf folge-dir-selbst.com über  Gesundheitsthemen, natürliches Leben und Persönlichkeitsentwicklung.

Du findest hier auch ihre beliebten Coachingangebote z.B. zum Thema Zahngesundheit, die  Workshops und Kurse wie zum Beispiel den Chemiefrei-Leben-Kurs und viele weitere tolle Inspirationen.
Im Februar 2017 hat Karin den wunderbaren Kongress „Gespräche mit Göttinnen“ veranstaltet, den Du hier findest.

 

Danke für diesen liebevollen Artikel im Rahmen der Blogparade!

Blogparade

2 Kommentare

  1. Eva Beatrice Foerster

    Wow! Ein wunderbarer, berührender, persönlicher, aufrüttelnder Artikel! Danke Karin!!! Ich fühle es auch so, dass die der Freiheitsprozess der Mutter sehr wichtig ist für die Familie! Alles Liebe, Eva

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  2. Kerstin

    Liebe Karin, ich kann dich total gut fühlen. Auch ich hab sehr lange nur für die äußeren Umstände funktioniert und durfte dank meiner Kinder zu mir selbst finden <3 Vielen lieben Dank für deine offenen Worte!

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