Über das Loslassen – aus der Sicht eines Familienvaters einer Digitalen Nomadenfamilie

Seit ca 2 Monaten sind wir bereits auf Reise. Diese Reise führte uns am 27.12.2016 nach Koh Phangan, Thailand, mit einem kurzen Zwischenstopp über Kuala Lumpur vor ein paar Tagen nach Bali, Indonesien.

 

In diesen vergangenen Wochen hatte ich Zeit, über die Rolle des Familienvaters auf Reisen nachzudenken. In unserem bisherigen Leben hatte ich einen 9-5 Job, ein regelmäßiges Einkommen und musste mir bislang wenig Gedanken über Finanzen machen, denn das Einkommen kam am Ende des Monats automatisch. Natürlich hatte ich mir Gedanken gemacht, wie es wohl sein würde auf Reisen, ohne festes Einkommen.

 

Und natürlich war mir auch bewusst, was auf uns zukommen würde: der Sprung ins Unbekannte, Ungewisse und eine neue berufliche Situation. Auch das hat mir im Vorfeld bereits einige Gedanken und auch schlaflose Nächte begleitet. Und der Sicherheitsdenker in mir wollte natürlich einen Garant, dass es auch klappen würde, in der neuen Situation Fuß zu fassen. Diese Sicherheit konnte es natürlich nicht geben. Aber es gab einen guten Kompromiss: einige finanzielle Reserven und 2 Kongresse als Startposition in ein neues berufliches Leben. Soviel zur Theorie.

 

In der Praxis hatte ich in den letzten Wochen mehrfach mulmige Gefühle, Gedanken wie „schaffe ich das“ und „was kommt da nur auf mich zu“ sowie einige Male Angstzustände. Was wir auf Koh Phangan bereits gemerkt haben, ist, dass jeder seine Themen serviert bekommt, bei mir ist das die Thematik „Angst versus Vertrauen“.

 

Was mir geholfen hat, war die Überzeugung, dass jede Angst gelöst werden kann und dass sich hinter jeder Blockade ein großes Potential verbirgt: „Die Energien wieder ins Fließen bringen“.

 

Und ich merke, dass jede Angst weiterhin mit einer großen Lernaufgabe für mich verbunden ist. Ich muss weiterhin dem Reflex widerstehen, in die Abwehrhaltung zu gehen und mich anstatt dessen motivieren in die Angst hineinzufühlen und sie zu akzeptieren. Jedes Mal von Neuem. Und ich merke, dass die Existenzangst eine bei mir sehr tief sitzende Angst ist. Sie löst sich bei mir in Schichten, jedes Mal ein bisschen weiter.

 

Und ich als Familienvater lerne sehr viel über das Loslassen: die Kontrolle aus dem Kopf heraus abzugeben in das Gefühl des Herzens. Gibt es so etwas wie Kontrolle? Nein, denn Unvorhersehbarkeiten wird es immer geben. Es ist nur die Frage, wie wir damit umgehen.

 

Ich lade Dich ein, auf dieser Reise ins Vertrauen mitzukommen, auf dieser Reise zu Dir. Eine Reise in kleinen oder in großen Schritten, das liegt ganz bei Dir. Aber es ist wichtig, den ersten Schritt zu gehen.

 

Nils Sporleder

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