Über den Mut sich die richtigen Fragen zu stellen

Im letzten Jahr haben wir uns viele mutige Fragen gestellt: Wollen wir gehen? Wollen wir kündigen? Wollen wir ein Online Business starten – wollen wir die Kinder aus der Schule nehmen…. ???

Wenn ich jetzt zurück blicke fühlt es sich an, als ob wir all diese Entscheidungen ein bisschen mit geschlossenen Augen getroffen haben. Wir haben mit dem Kopf alle Fürs und Widers gründlich bewegt, sortiert, abgewägt und rational dann entschieden, dass etwas Sinn macht, wir das eine wollen und das andere nicht mehr.

All dies haben wir auf der uns damals zur Verfügung stehenden Ebene und dem damit verbundenen Horizont innerhalb unserer begrenzten Sichtweise getan – das einzig mögliche.

Und jetzt stellen wir gerade fest, dass sich dieser Horizont hier nicht nur immens erweitert, sondern auch komplett andere Blickwinkel zulässt. Ein Freund hatte uns das schon prophezeit im Frühling  „Wenn ihr dann mal draußen seid…“ und wir konnten uns das zwar vorstellen, DASS es dann anders sein würde, aber eben nicht WIE.

Küste

Als wir hier ankamen dachten wir, wir hätten den mutigstes Teil  – nämlich das Gehen – schon hinter uns. Jetzt würde ich sagen, der noch viel mutigere Teil ist, auch das alles in Frage zu stellen.

Koh Phangan ist für mich DIE Transformationsinsel: Die Basis besteht hier aus Rosenquarz und nicht nur im Äußeren ist die Dualität hier sehr sichtbar. In Haad Rin findet dreimal pro Monat ein kollektives Besäufnis mit Drogenkonsum statt – eine der größten Partyveranstaltungen hier im asiatischen Raum, jeweils zu Full Moon (heute ist es wieder so weit) und um die Lücke zu füllen natürlich auch jeweils zu Half Moon. Und etwa 30 km entfernt auf der anderen Seite der Insel tümmeln sich an einem der drei spirituellsten Orte hier in Asien Yogafreunde, Conscious People, Weltverbesserer, Suchende und Herzensmenschen aller Couleur. In den ersten zwei Wochen hier konnte ich diese Polarität gar nicht begreifen, es hat mich schier zerrissen und mein Kopf konnte nicht verstehen, wie dies auf einer so kleinen Insel beides Platz hat.

Mit dem Verstand kann ich es auch immer noch nicht beantworten, aber mit dem Herzen.

Unser Thema hier auf der Insel ist es ins Gefühl zu gehen, zu fühlen wer wir sind, wo wir sind, welche Bedürfnisse wir haben, was wir wollen, was wir nicht wollen und ob sich all das für uns (einzeln und gemeinsam) richtig anfühlt.

Ich glaube die ersten Wochen haben wir uns dagegen gewehrt, gegen diesen automatischen Strom, der uns genau an unsere Punkte bringt. Und dann wurde der Widerstand irgendwann so groß, dass wir ihn aufgeben mussten. Das war der Moment der Befreiung, nicht mehr dagegen anzukämpfen, sondern anzunehmen und zuzulassen.

fliessen

Da war sie wieder: die Angst vor dem Schmerz, die Angst vor dem Verletztwerden, vor dem Fehler machen.

Und dann kam der Moment: wir sind in den Schmerz hineingegangen, haben uns die Fragen gestellt die weh getan haben: Wollen wir so als Familie leben? Wollen wir als Paar zusammen weitergehen? So oder überhaupt? Oder wie? Ist die Beziehungsebene wirklich überhaupt unsere Verbindungsebene oder sieht der Seelenplan vielleicht was ganz anderes vor?

Wollen wir das mit dem Online-Business? So wie bisher, oder ganz anders?

Die Angst davor, eine dieser Fragen so zu beantworten, dass das Leben dann nicht mehr „funktioniert“, dass dann alles anders ist als vorher. Und gleichzeitig ist es der große und wirklich mutige Schritt.
Erst jetzt, da wir aus unserer alten Situation ausgestiegen sind haben wir überhaupt die Freiheit uns wirklich zu fragen, was wir wollen.

Es waren intensive und achtsame Tage, schmerzhafte bange Gefühle, Ungewissheit und doch auch Sicherheit das Richtige zu tun – mit ungewissem Ausgang. Wir haben uns all diese Fragen zum allerersten Mal wirklich bewusst mit dem Herzen gestellt – auch in dem Bewusstsein, dass das Herz ganz anders wahrnimmt als der Kopf.

Zwischen uns als Paar ist etwas ganz wundervolles entstanden durch diesen Prozess und diesen Freiraum, eine neue Vertrauensebene. Zu fühlen und zu sehen, dass auch für diese Fragen Platz ist, ist ein großes Geschenk. Ich empfinde es als große Freiheit, dass das möglich ist.

Strandbild

Wir beide haben auf einer ganz neuen intensiven und von authentischen Gefühlen gesteuerten Ebene zueinander gefunden – erstmals oder wieder. Zumindest fühlt es sich so an.

Auch für unser Business wird das Veränderungen bringen – was fühlt sich für uns richtig an? Was passt noch zu uns und was lassen wir hinter uns? Viele Ideen, die wir im Gepäck hatten haben wir bereits verabschiedet. Wir dürfen gespannt sein.

Auch in Bezug auf die Gemeinschaft und unsere Vorstellungen von einem Leben in Gemeinschaft haben wir viel beobachtet und gefühlt in den letzten Wochen, wie könnte so etwas für uns aussehen? Wieviel Konzept? Wieviel Struktur? Oder ob überhaupt?

Die beiden anderen spirituellen Orte sind Ubud und Goa – letzterer steht erst seit wenigen Tagen überhaupt als Idee auf der Liste – wir werden fühlen ob es uns da hinzieht – ich bin gespannt.

 

Dankbar für das neue Fühlen und die großartige Tiefe, für die Gemeinschaft und die Zeit für mich/uns

 

Auf ganz bald – in Liebe und Dankbarkeit

Katharina

1 Kommentar

  1. Kerstin

    … weißt du, das Thema deines Blogartikels finde ich richtig, richtig gut, liebe Katharina. 🙂
    „Über den Mut, sich die richtigen Fragen zu stellen“ beschäftigt mich seit dem sehr.
    Bei so einem Schritt, alles hinter sich zu lassen, würde ich denken, „Alles wird gut“, aber es darf
    ein Transformations-Prozess stattfinden. Vielleicht schmerzlich aber … WOW! Gratuliere zu eurem Mut!!
    Ich bin gespannt auf euren weiteren Weg.

    Liebe Grüße
    Kerstin

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