Meine Blockade und meine Vision dazu

Seit ein paar Tagen schon merke ich, dass unsere Kinder viel Aufmerksamkeit brauchen. Wir haben jetzt die zweite Ferienwoche und sind immer noch am entwöhnen des Schuljahres. Obwohl wir relativ wenig machen wollten (siehe mein letzter Post) war doch Einiges los in der letzten Woche. Klar, wir hatten auch Leerlauf zwischendurch, aber eben nicht nur.

Heute Morgen habe ich einen Newsletter von Oliver Horlacher (www.fit-for-family.net) zum gerade laufenden Kongress über sogenannte „schwierige Kinder“ gelesen, der bei mir einen Gedanken losgetreten hat. Zugegebener Maßen habe ich den Gedanken nicht zum ersten Mal… Aber heute eben wieder. Gibt es schwierige Kinder oder sind es vielleicht großteils feinfühlige Kinder, die deshalb stärker begleitet werden wollen? Oliver wirbt in seinem Beitrag sehr dafür als Vater Teil des Familienalltags zu sein.

Ich bin Mutter und im Alltag doch mehr oder weniger auf mich gestellt. Ich arbeite, ich mache Haushalt, ich „versorge“ die beiden Kinder und organisiere das soziale Leben unserer Familie. Und habe natürlich noch den Anspruch, beide Kinder ideal zu begleiten. Aber ganz ehrlich: das ist alleine nicht zu schaffen. Da läuft doch irgendwie wieder etwas schief in unserer Gesellschaft, oder? girl-1507676_1920

Es geht auch nicht darum, dass ich mir regelmäßig einen Babysitter nehmen könnte um Auszeiten zu haben, sondern darum, dass Kinder einfach mehr als eine fixe Bezugsperson brauchen. Klar, Nils ist ein wundervoller und sehr präsenter Vater, dafür bin ich ihm extrem dankbar. Aber er arbeitet Vollzeit, um die Familie zu ernähren und kann dadurch einfach gerade nicht noch mehr Zeit bei uns verbringen.
Ich bin froh, dass unsere Kinder Aufmerksamkeit einfordern, das heißt für mich, dass sie darauf vertrauen bei uns das zu bekommen, was sie zum Wachsen brauchen. Aber manchmal fühle ich mich eben doch auch etwas überfordert oder allein gelassen damit, neben all den anderen Anforderungen. Wäre es nicht schön, wenn es noch andere echte Bezugspersonen gäbe?

Nicola Schmidt vom Artgerecht Projekt hat just heute ein Foto von ihrem Kind gepostet, das auf den Schultern eines „Clanpapas“ eingeschlafen ist. Also eines anderen Papas.

Und da war sie schon wieder, die Clan- und Gemeinschaftsidee. Warum tun wir uns nur so schwer damit? Wir legen alle so viel Wert auf unsere Privatspäre, bauen die Mauern immer höher und lassen uns nicht in die Töpfe schauen… und wünschen uns eigentlich doch ein ganzes Dorf, in dem wir alle aufgefangen werden, teilen, geben und nehmen können und in dem unsere Kinder mit einer Fülle an Herzensfamilienmitgliedern aufwachsen könnten…
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Früher gab es die Großfamilien – mit ihren Strukturen (gut oder schlecht?) – ich glaube die moderne Idee davon geht eher in die Richtung in einer Herzenskommune zu leben, wo auch immer, vielleicht ja auch dezentral oder multilokal oder ganz als Online-Nomaden?

Der Gedanke beflügelt mich gerade… Menschen, die ähnlich fühlen… spürt ihr die Vision?

1 Kommentar

  1. Wibke

    Liebe Katharina
    Ja, ich habe auch lange gedacht und gefühlt, dass ich alles alleine schaffen muss, und dass ich eine perfekte Mutter sein muss, bis mir eben klar wurde, dass das alleine nicht zu schaffen ist.
    Die Entscheidung, unsere Kinder nicht in den Kindergarten zu geben, sondern bis zum Schuleintritt selbst zu betreuen, war eine Entschiedung aus dem tiefsten Herzen und absolut richtig für uns.
    Sie bedeutete aber auch, dass ich (da der Papa viel und nicht planbar arbeitet) fast immer die Kinder um mich habe und ständig ansprechbar bin.
    Mittlerweile habe ich mir wirklich so etwas wie einen Clan aufgebaut, die Oma wohnt in der Nähe, Nachbarinnen sind da, eine Babysitterin, die mittlerweile wie eine Freundin geworden ist, alles Menschen, die für unsere Kinder wertvolle Bezugspersonen sind und nicht nur „Aufbewahrung“.
    Diese Menschen zu finden und auch in das Leben zu lassen, hatte für mich viel mit Vertrauen und auch mit Toleranz zu tun. Ja, sie machen nicht alles so, wie ich es tun würde, und das ist in Ordnung. 🙂
    Hej, darüber habe ich noch keinen Blogartikel geschrieben! Sollte ich tun!
    LiebenGrüsse
    Wibke

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